Diogenes Audioplayer

zur Startseite   zur Startseite
Impressum   Impressum
Sitemap   Sitemap
Druckansicht   Druckansicht

Diogenes Quartett meistert souverän anspruchsvolles Programm

Bocholter-Borkener Volksblatt, 29. November 2010

(Peter Hautzinger) Im dritten Abonnementkonzert des Stadttheaters hatte das noch junge Diogenes Quartett mit Stefan und Gundula Kirpal (1. und 2. Violine), Stephanie Krauß (Viola) und Stephen Ristau (Violoncello) als Eröffnungswerk das von Haydn 1787 komponierte Streichquartett F-Dur, op. 50 gewählt und schon nach den ersten Takten das Bocholter Konzertpublikum für sich eingenommen.
Galant das Anfangsthema spielend, die schwierigen Läufe und Akkordbrechungen vor allem vom Primgeiger technisch mühelos gestaltend, im Adagio-Satz einen cantablen Ton entwickelnd und im letzten Satz die geforderte Virtuosität in allen Stimmen bravourös bewältigend: Stets überzeugte das noch junge Ensemble mit seiner Haydn-Interpretation.
Mit dem Klarinettenquintett Opus 14, Nr. 2 von Alexander Glasunow präsentierte das Diogenes-Quartett zusammen mit dem preisgekrönten Klarinettisten Johannes Zurl ein selten gespieltes, jedoch kammermusikalisches Juwel. Die Anfangstakte des Klarinettensolos mit orientalisierender Melodik öffneten dem Zuhörer unmittelbar das Tor zu einer neuen musikalischen Welt: Träumerisch- liedhafte Themenbildungen bei den Streichern wechselten mit rubatomäßigen Klarinettenmotiven oder wurden miteinander verknüpft. Das Ensemble musizierte ausbalanciert und der Schluss - morendo, ersterbend - wurde gestalterisch ausgekostet.
Dann das Hauptwerk des Abends, das Klarinettenquintett h-Moll, Opus 115, das Johannes Brahms in seiner späten Schaffensperiode komponiert hat. Das fließende 6/8-Takt-Tempo im ersten Satz mit dem zunächst von den Streichern vorgestellten Hauptthema lieferte das Tableau für die weitere Gestaltung dieses Meisterwerkes. Dabei merkte man sofort: Diese fünf Musiker haben ihren Brahms verstanden.
Sei es das markante zweite Thema, die Motivgestaltung im Durchführungsteil, die Klangsteigerungen in der Reprise oder der ausatmende Schluss des ersten Satzes: Alles wurde inspirierend interpretiert. Ein poetischer Gesang dann der Anfang des Adagios, in dessen rhapsodischem Mittelteil der Klarinettist Johannes Zurl auch die schwierigsten Passagen mühelos bewältigte. Im Finale - nach Andantino und Presto - transformiert Brahms das Thema des ersten Satzes zu einem grandiosen Variationssatz, bei dem alle Ensemblemitglieder ihre Extraklasse zeigten: solistisch brillant in den Variationen und homogen musizierend in der ergreifenden Coda.
Ein herrlicher langsamer Satz von Mozart als Zugabe - natürlich aus seinem Klarinettenquintett - rundete das besondere Konzerterlebnis ab und stimmte die begeisterten Konzertbesucher auf die nun kommende Zeit ein.

zurück




© 2008 Diogenes Quartett  |  info@diogenes-quartett.de  |  Infoline: 089/89620880  |  Booking:www.exempla-musica.de  |  Layout:DIGITABULA.DE