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Das Außergewöhnliche ist gut genug: Großartiger Schubert-Abend bei den Brahms-Wochen in der Kirche

Marner Zeitung, 18. Mai 2010

(Aletta Thies) Auch anspruchsvolle klassische Musik hat in Marne ihre Anhänger. Viele Anhänger: Beim Schubert-Abend war die Maria-Magdalenen-Kirche voll besetzt.
Ein Konzertabend ohne Brahms und nur mit Schubert in den Brahms-Wochen – wie das?, fragte sich der eine oder andere unbedarfte Zuhörer. Die Erklärung fand sich schnell: Johannes Brahms hatte stets eine tiefe Verehrung und Zuneigung zu Franz Schubert, weil dieser in seinen Augen eine „vollendete Musik“ geschaffen habe, erläuterte Professor Besch in seiner Begrüßung.
Um es vorweg zu nehmen: Es war ein besonders eindrucksvoller Kammermusikabend, den es da in der vollbesetzten Kirche zu hören gab. Wie immer war der Brahms-Gesellschaft das Außergewöhnliche gerade gut genug. Das erwies sich einmal mehr bei der Auswahl der Künstler.
Mit dem Diogenes Quartett und seinen Mitgliedern Stefan Kirpal (Violine), Gundula Kirpal (Violine), Stephanie Krauß (Viola) und Stephen Ristau (Violoncello) stellte sich dem Publikum ein gefeiertes und hochgelobtes Streichquartett der jüngeren Generation vor. Von ihm wird gesagt, dass es ein Glücksfall gewesen sei, der sie zu einem Ensemble zusammengeführt habe.
In Marne musizierte außerdem und mit ihnen Andreas Kirpal (Piano), ein Bruder des Primarius Stefan Kirpal und der Ausnahmebassist Nabil Shehata (über ihn berichten wir ausführlich).
Eröffnet wurde das Programm mit der Ouvertüre für Streichquartett d-Moll. Das Ensemble widmete sich diesem schweren Werk mit großer Empfindsamkeit. Von den ersten Takten an begeisterte das Diogenes Quartett mit seiner vorzüglichen Tongebung.
Bei den „Fünf Menuetten und sechs Trios“ bestachen die immer schöne und klare Intonation und erlesene und transparente Zusammenspiel.
Ein Kritiker schrieb einmal: Das Diogenes Quartett „ist mit allen Tugenden eines Streichquartetts gesegnet“. Schlicht gesagt: Keine Eitelkeiten der einzelnen Musiker, Harmonie im Spiel und Klarheit des musikalischen Ausdrucks. Dem können die Zuhörer in der Kirche nur zustimmen.
Nach der Pause gab es dann das Klavierquintett in A-Dur, besser bekannt unter dem Namen „Forellenquintett“. Es ist Schuberts einziges Klavierquintett und verlangt die unübliche Besetzung Pianoforte, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass.
Hier wurde dann aus dem Quartett wieder ein Quintett mit Andreas Kirpal am Flügel. Er ist ein gefragter Kammermusikpartner, der zusammen mit seinem Bruder Stefan als Duo mehrfach internationale Preise erlangte.
Das Publikum zeigte sich nach dem Konzert in Gesprächen sehr begeistert über die exzellent spielenden, sympathischen Musiker.

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