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Die Mendelssohns in Wort und Klang - Diogenes Quartett und Herbert Kromann spielen und lesen bei den Festspielen in Rotthalmünster

Passauer Neue Presse, 2. Juli 2009

(Dorothea Feuchtgruber) „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ heißt es bei Goethe. Ähnlich vertrauensvoll blickt der etwas weniger bekannte Moses Mendelssohn in die menschliche Seele und sieht die Bestimmung des Menschen darin, nach Wahrheit zu forschen, das Schöne zu lieben, Gutes zu wollen und das Beste zu tun. Große Worte also, die am Dienstag in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Rotthalmünster einen Abend einrahmten, in dem sich Musik und Sprache dem Guten und Schönen mit Hingabe widmeten.
 In der Musik tun dies die vier jungen Musiker des Diogenes Quartetts, die sich bei Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquartett Nr. 3 in D-Dur mit viel Schwung und jugendlicher Energie in die Melodiephrasen legen und melancholisch seufzendes Wehklagen mit lebendiger Leichtigkeit verbinden. An der ersten Geige legt Stefan Kirpa im zweiten Satz wunderbar zarte Umspielungen über das Klangbett der drei weiteren Quartettmitglieder (Gundula Kirpal an der zweiten Geige, Stephanie Krauß an der Viola und Stephen Ristau am Cello). Mit viel Drive kommt das Capriccio e-moll op. 81 daher, lebendig strebt die Musik nach vorne. Einen sehnsuchtsvoll ausmusizierten Rahmen bietet das Liebesliedthema beim Streichquartett Nr. 2 a-moll, das ebenso dynamisch wie dramatisch erklingt. Bei allem Esprit würde man dem Quartett jedoch insgesamt noch etwas mehr eigenständige, künstlerische Interpretation zutrauen. Der Musik Mendelssohns steht das Wort gegenüber – das Wort des Großvaters des Musikers, Moses Mendelssohn, und seines Zeitgenossen Gotthold Ephraim Lessing. Mit warmer, würdevoller Stimme trägt Schauspieler Herbert Kromann die Texte vor – große Appelle an die Toleranz und das friedvolle Nebeneinander der Religionen: altväterlich im Ton, fortschrittlich in der Idee. Ein Abend der Huldigung an die Humanität und Toleranz.

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