Diogenes Audioplayer

zur Startseite   zur Startseite
Impressum   Impressum
Sitemap   Sitemap
Druckansicht   Druckansicht

Klangrausch - Zur Reihe „rückblicke“ des Diogenes Quartetts

Süddeutsche Zeitung, 27. Mai 2008
 
(Johannes Rubner) Dass die Reihe „rückblicke“ zu den besten Kammermusik-Zyklen dieser Stadt gehört, verdankt sie nicht nur den stets schlüssigen Programmen, sondern vor allem fünf ausgezeichneten Musikern: dem Diogenes Quartett und dem Pianisten Andreas Kirpal. Momentan beschäftigen sie sich mit Mozarts ehrgeizigen „Haydn-Streichquartetten“, von denen nun das d-Moll-Quartett zu hören war, gekoppelt mit Schumann und Schostakowitsch. Ein sehr energischer Mozart erklang da im Kleinen Konzertsaal im Gasteig, in einem dezidiert kraftvollen Ton gehalten, mehr dem Sturm und Drang verpflichtet, ja, mehr der Romantik, der großen Geste, als dem kühlen Klassiker-Intellekt. Und warum auch nicht? Das Stück schien nicht überfremdet oder von zu dicker Tünche verdeckt, sondern gewann nur an Emotionalität.
Das Diogenes Quartett favorisiert nicht nur den gemeinsamen Atem, sondern erst recht die gemeinsame Farbe. Deshalb überwältigte Schostakowitschs f-Moll-Quartett op. 122 fast noch mehr als der Mozart, weil hier das Stück selbst die einzelnen Musiker dazu animierte, sich auch tatsächlich als einzelne zu zeigen und zu behaupten. Es barg nämlich die Macht der Masse durchaus Gefahren, vor allem in Schumanns Es-Dur-Klavierquintett: Stellenweise war der Rausch des großen Klangs so gewaltig, dass man schnell an Grenzen stieß, dass keine Steigerungen mehr möglich schienen und die Klangrede, der innere Gehalt, unterzugehen drohte. Bedenken allerdings, die kaum ins Gewicht fielen an einem solchen Abend.

zurück




© 2008 Diogenes Quartett  |  info@diogenes-quartett.de  |  Infoline: 089/89620880  |  Booking:www.exempla-musica.de  |  Layout:DIGITABULA.DE